Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Herbstsynode: Ev. Gemeinden bekämpfen Mitgliederschwund

Arbeitsgruppen und Wahlen

Zuvor hatte Prof. Dr. Gerhard Wegner, emeritierter Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, ein Impulsreferat zur Gestaltung des Wandels gehalten. Zu den von ihm benannten Punkten, die zu einer persönlichen Bindung an Kirche und Glauben führen, gehört die frühe Begegnung mit Religion, woraus sich ein Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit ableiten lässt. Professionelle Kommunikation, die die hochverbundenen Mitglieder ebenso erreicht wie die sympathisierenden, sei ein wichtiges Arbeitsfeld der Zukunft. Damit einher gehe eine Verstärkung der Sichtbarkeit der Ortsgemeinden mit ihren diakonischen und seelsorgerischen Angeboten, aktualisierte Gottesdienstformen und eine verbesserte Zielgruppenorientierung. In einer engagierten Diskussion setzte sich die Synode mit dieser Thematik auseinander und folgte dem Vorschlag des Superintendenten zur Einsetzung der sechs Arbeitsgruppen, in denen Mitglieder der Leitungsgremien der evangelischen Gemeinden Antworten auf Fragen wie „Wie lässt sich über Glauben und Religion sprechen?“, „Welche Projekte zeigen, dass Christinnen und Christen ihren Glauben praktisch in die Welt tragen?“ oder „Wie können Gemeinden die Möglichkeiten einer digitalen Kirche nutzen?“ finden sollen. Die Arbeitsgruppen haben nun bis zum Sommer 2021 Zeit, Antworten zu formulieren und konkrete Konzepte zur Umsetzung in die gemeindliche Arbeit zu entwickeln.

Auf der Tagesordnung der Kreissynode standen auch Wahlen: Zum Assessor, dem Stellvertreter des Superintendenten, wurde Ralf Laubert, Berufsschulpfarrer aus Neuss, gewählt. Er folgt auf Dr. Harald Ulland, der zum Jahreswechsel die Position des theologischen Vorstands der Evangelischen Stiftung Hephata übernimmt. In den Kreissynodalvorstand, dem Leitungsgremium des Kirchenkreises zwischen den Synoden, wurden außerdem Pfarrerin Susanne Schneiders-Kuban (Krankenhausseelsorgerin in Neuss), Pfarrerin Dr. Maike Neumann  (Ev. Kirchengemeinde Kaarst), Dr. Ilmo Pathe (Ev. Christuskirchengemeinde Neuss), Udo Schwalenbier ( Ev. Christuskirchengemeinde Mönchengladbach) und Christoph Strunk (Ev. Kirchengemeinde Wickrathberg) gewählt, zu stellvertretenden Synodalältesten Dr. Eberhard Berg (Ev. Kirchengemeinde MG-Großheide), Verena Dziobaka-Spitzhorn (Ev. Christuskirchengemeinde Neuss)  und Annett Klosa (Friedenskirchengemeinde MG).

Der Kirchenkreis Gladbach-Neuss umfasst 23 evangelische Gemeinden mit insgesamt 119.000 Gemeindegliedern und erstreckt sich von Elmpt im Westen bis nach Dormagen im Osten. Die Kreissynode, in der Abgeordnete aus allen Presbyterien sowie die Pfarrerinnen und Pfarrer vertreten sind, leitet den Kirchenkreis. Sie tagt ein- bis zweimal jährlich. Die EKiR erstreckt sich über vier Bundesländer und vertritt rd. 2,5 Millionen evangelische Christen zwischen dem Saarland und dem Rheinland.

 

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