Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Jahreslosung 2021: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Fürchtet Euch nicht, siehe ich verkündige Euch große Freude, die allem Volk wiederfahren wird, denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Diese Botschaft der Engel an die Hirten lief auch  Weihnachten 2020 um die Welt.  Gott sei Dank!

In unseren Gemeinden liegen die Meinungen bezüglich der Gottesdienste oft weit auseinander und Presbyterien haben mit Mehrheiten abgestimmt, weil nicht alle Entscheidungen einmütig getroffen werden konnten. Wir haben uns den Verzicht wie auch die Durchführung von Gottesdiensten und Open-Air-Angeboten nicht leicht gemacht. Es war eine gute Erfahrung, wie mit gegenseitigem Respekt und großem Ernst in unseren Presbyterien Entscheidungen getroffen und mitgetragen wurden.  

Ich bin gespannt, was wir im jetzt anbrechenden Jahr über die so unterschiedlichen Entscheidungen denken werden. Wird es dann ein Richtig oder Falsch geben? Werden wir sagen, dass hätten wir rückwirkend betrachtet anders entschieden?

Entscheidungen trifft man immer in einer bestimmten Situation, die sich nicht genauso wiederholen lässt. Und es gibt selbstverständlich richtige und falsche Entscheidungen. Mit der Jahreslosung 2021 werden wir zur Barmherzigkeit aufgefordert. Sind wir barmherzig im Umgang miteinander, wenn es um, nach reiflichen Überlegungen getroffene Entscheidungen geht? Unsere Jahreslosung fordert uns dazu auf. Wenn schon Gesundheitsminister Spahn im Frühjahr 2020 sagte, dass wir einander viel zu vergeben haben werden im Umgang mit dieser Pandemie, scheint die Jahreslosung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt im neuen Jahr genauso wichtig zu sein wie für unseren Zusammenhalt in den Gemeinden.

Die Aufforderung zur Barmherzigkeit ist jedoch nicht nur im Blick auf unseren Umgang mit Entscheidungen der je anderen bedeutsam. Es geht beim Barmherzig-Sein immer auch um unsere Werke. Unser Tun: Kinder und Familien in Flüchtlingslagern brauchen Unterstützung. Gemeinden, die sich um Arme und Waisen kümmern, brauchen Unterstützung. Partnerkirchen im Lockdown, die in Suppenküchen wenigstens eine warme Mahlzeit verteilen können möchten, brauchen Unterstützung. Der Corona-Lockdown wird seine Spuren durch das ganze Jahr 2021 ziehen. Und es werden Werke der Barmherzigkeit dringend gebraucht. Bei Alten und Kranken und Benachteiligten hier in unserem Land und in der ganzen Welt. In der Vorweihnachtszeit hat es sicherlich reichlich Anregungen für Projekte gegeben, die mit Spenden unterstützt werden können.  Bestimmt haben Sie auch mit Kollekten und Spenden schon selbst geholfen. Vielen Dank dafür.  Und doch wird für das ganze Jahr 2021 und darüber hinaus weitere Unterstützung benötigt. 

So wünsche ich Ihnen über dieses besondere Weihnachtsfest hinweg und in das neue Jahr hinein, dass Sie je und je Barmherzigkeit erfahren und Barmherzigkeit üben.

Gottes Segen geleite Sie durch diese in so vieler Hinsicht herausfordernden Zeiten. Möge Gottes Barmherzigkeit und Liebe Ihnen auch im Jahr 2021 jeden Morgen neu Kraft, Mut und Freude für Ihr Tagwerk schenken. Seien Sie herzlich unserem Gott befohlen.

Ihr

Dietrich Denker

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