Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Kreissynode entscheidet über Zukunft der Gemeindearbeit

Mehr als 160 Delegierte und Gäste traten zur ersten digitalen Synode des ev. Kirchenkreises Gladbach-Neuss zusammen.

Eine der wichtigsten Entscheidungen betraf das Pfarrstellenrahmenkonzept. Bis 2030 werden etwa 30 Prozent der Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis in den Ruhestand gehen, bis 2035 noch einmal 50 Prozent der dann Verbliebenen. Gleichzeitig nehmen die Zahl der Bewerber und die Kirchensteuermittel ab. Damit keine weißen Flecken in der pastoralen Versorgung entstehen, muss die Arbeit der Gemeindepfarrer intelligent mit anderen seelsorgerischen Angebote wie der Krankenhausseelsorge oder dem Pfarrdienst in Schulen vernetzt werden. Dabei ist zum Beispiel angedacht, die Krankenhauskapellen für allgemeine Gottesdienste zu öffnen und die Zusammenarbeit mit den Religionspädagogen in den Schulen zu stärken. „Kirche an anderen Orten“ nennt sich das. Die Einrichtung von Pfarrstellen an der Textilakademie NRW und dem Berufskolleg am Volksgarten, beide in Mönchengladbach, die die Kreissynode beschloss, nimmt diesen Ansatz bereits auf.   Gleichzeitig wird die Nachwuchsgewinnung durch Stipendien unterstützt, die Ordination von Ehrenamtlern und Nicht-Theologen nach entsprechenden Fortbildungen verstärkt angestrebt und eine vernetzte Arbeit auf regionaler Ebene geplant.

Die Corona-Krise hat zu einem rasanten Digitalisierungsschub in den evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises geführt. Gottesdienste wurden gestreamt, Videos veröffentlicht, Podcasts und Youtube-Kanäle bedient. Die Nutzerzahlen für diese Online-Angebote sind vielversprechend: es werden Menschen erreicht, die kirchliche Angebote sonst nicht oder selten wahrnehmen. Daher sollen diese neuen Formate und Formen der Ansprache gepflegt und erweitert werden. Die Synode hat die Einrichtung eines Fonds zur Unterstützung innovativer Projekte beschlossen. Auch die Landeskirche stellt Mittel bereit.

Die evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises Gladbach-Neuss entsenden drei nicht-theologische Delegierte zur Landessynode. Gewählt wurden Miriam Lohrengel (Ev. Kirchengemeinde Wevelinghoven), zuvor als Vertreterin der Ev. Jugend auf der Landessynode, Tobias Goldkamp (Reformationskirche Neuss) und Dr. Martin Hütter (Friedenskirchengemeinde MG). Die Theologen werden auf der Landessynode vertreten durch Pfarrerin Dr. Maike Neumann (Kaarst), Pfarrer Stephan Dedring (Rheydt) und Superintendent Pfarrer Dietrich Denker.

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