Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Neusser Reformationskirchengemeinde gibt Gottesdienstzentrum auf

Nach langem Abwägungsprozess trifft das Presbyterium die Entscheidung zur Schließung der Reformationskirche

Um zu entscheiden, welches der beiden Gemeindezentren – Reformationskirche oder Versöhnungskirche – geschlossen werden soll, waren schon verschiedene Machbarkeitsstudien und Strukturanalysen angefertigt worden. Keine kam zu einem klaren Ergebnis. Das Presbyterium hat sich jetzt für den Erhalt der Versöhnungskirche entschieden und nennt dafür verschiedene Gründe. Zum einen wird so ein großer weißer Fleck zwischen der Neusser Innenstadt und Kaarst ohne Gottesdienstzentrum verhindert. Zum anderen ermöglicht das umliegende Grundstück eine Bebauung, die einer Ausweitung der diakonischen Arbeit etwa durch Angebote des Betreuten Wohnens oder behindertengerechte Wohnungen zugutekommen kann. Eine bereits getroffene Entscheidung zum Verkauf eines Teils des Areals wird deshalb wieder zurückgenommen. „Der zu erwartende Verkaufserlös wäre zu gering gewesen“, erklärt die Presbyteriumsvorsitzende.

Auf dem Gelände bekommt außerdem die evangelische Kindertagesstätte im nächsten Jahr einen größeren Neubau, der die Einrichtung einer weiteren Gruppe ermöglicht. In unmittelbarer Nähe liegt die evangelischen Grundschule, die ebenfalls ein neues Gebäude erhalten und dann vierzügig werden soll. Die Kirchengemeinde sieht so die Möglichkeit, ihre Arbeit mit Kindern konzeptionell zu verstärken und zukunftsfähig zu machen.

Das existierende Jugendzentrum neben der Reformationskirche führt seine Arbeit fort, hier ist angedacht, in Zukunft auch Angebote für Senioren zu machen. Optisch soll es am Berliner Platz keinen Bruch geben:  Die Außenfassade der Reformationskirche bleibt erhalten, für das Innere wird aber eine neue Nutzung gesucht. Dabei ist ein Umbau zu Wohnraum ebenso möglich wie die Nutzung als Veranstaltungsfläche.

„Die Entscheidung, die Reformationskirche als Gottesdienstzentrum aufzugeben, ist niemandem leicht gefallen, aber wichtig ist für uns, nun ein zukunftsfähiges Konzept zu haben, das die Gemeindearbeit stabilisiert und dauerhaft sicherstellt“, erklärt Angelika Tillert.

Die Gemeinde wurde am Sonntag, den 6.9., in einer Gemeindeversammlung über die Entscheidung informiert.

Die evangelische Reformationskirchengemeinde umfasst den Neusser Norden. Sie gliedert sich in zwei Pfarrbezirke und hat aktuell 5350 Gemeindeglieder.

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