Jahreslosung 2019
Gott spricht: Suche Frieden und jage ihm nach.
Psalm 34,15

Nico Ballmann ordiniert

Zu meiner Person: Ich bin 32 Jahre alt, geboren in Düren, aufgewachsen in Bad Neuenahr. 

Nach dem Abitur und einem Auslandsjahr auf den Philippinen mit dortigem Praktikum in der UCCP, Studium der Theologie und Philosophie in Mainz, Heidelberg und München. Nach dem 1. und 2. Theologisches Examen und Vikariat in der Ev. Kirchengemeinde Rheydt nun im Vertretungsdienst und ab 01.03.2020 als Pfarrer im Probedienst in der Ev. Kirchengmeinde Bickendorf, Kirchenkreis Köln Nord. 

Ich bin als Pfarrer auf Instagram und im Bereich der #digitalekirche aktiv. Mein Accountname laute: @einschpunk.

Warum haben Sie sich für das Studium der Theologie entschieden?

Die Entscheidung für das Theologiestudium entwickelte sich bei mir über Jahre. Nachdem meine Familie nach Bad Neuenahr umgezogen war, engagierte ich mich in der evangelischen Jugend und wollte zunächst Sozialpädagogik studieren. Allerdings merkte ich relativ schnell, dass ich mich sehr für philosophische und theologische Fragen interessierte. So traf ich mich immer wieder mit Pfarrerinnen und Pfarrer um gemeinsam über den Glauben und die Frage nach Gott zu diskutieren. Die Entscheidung Theologie auf Pfarramt zu studieren, kam letztlich dann durch zwei Faktoren. Zum einen auf das Anraten meiner Gemeindepfarrer*innen und zum anderen durch meine Erfahrungen auf den Philippinen. Dort habe ich noch einmal eine ganz andere Art von Glauben und Kirche erlebt, die mich so inspiriert haben, dass der Wunsch Pfarrer zu werden und Theologie zu studieren sich festsetzte.

Wo sehen Sie als Pfarrer zukünftig Ihre Schwerpunkte?

Die Kinder- und Jugendarbeit liegt mir schon seit meiner eigenen Jugend am Herzen, dort will ich mich definitiv weiterhin engagieren. Weitere Schwerpunkte werden für mich Seelsorge und die Entwicklungen in der Digitalen Kirche sein. Hier stecken wir momentan noch in den Kinderschuhen und es gibt ein gewaltiges Potential durch Soziale Medien, YouTube und Apps. Auch jetzt bin ich schon als Pfarrer auf Instagram ansprechbar und erzähle täglich von meiner Arbeit in der Gemeinde. Erstaunlich ist, dass gerade diese Form von Kontakt für die Altersgruppe 20-40 attraktiv ist und auch genutzt wird, eine Altersgruppe, die Kirche leider nur selten anspricht.

Wie wollen Sie die Menschen wieder für Kirche interessieren und begeistern?

Kirche muss sich verändern, das zeigt nicht nur der demografische Wandel, sondern das zeigen auch die Zahlen der Kirchenaustritte und der immer leerer werdenden Kirchen. Dennoch glaube ich fest daran, dass wir einiges ändern können. Zwingend wird ein innerer Perspektivwechsel sein. Früher hat ein kleiner Kreis Veranstaltungen geplant und dazu eingeladen und letztlich gehofft, dass jemand kommt. Diese Einstellung muss sich ändern. Wir müssen von einer Komm-Struktur zu einer Geh-Struktur wechseln. Wir müssen milieusensibel und gabenorientiert auf die Menschen zugehen und erfragen, was sie sich von Kirche wünschen und unseren Glauben wieder sprachfähig machen. Ich bin davon überzeugt, dass die Fragen dieselben sind und auch bleiben, nur ist im Laufe der Jahrhunderte unser Vokabular veraltet. Hier anzusetzen und mit innovativen und qualitativ hochwertigen Projekten Menschen wieder von unserem Gott zu begeistern, in einer Sprache, die sie verstehen, das liegt mir sehr am Herzen. Sei es durch einen Youtube-Channel, einen Kneipen- oder Literaturgottesdienst, einen Preacherslam, eine offene Ladenkirche oder ein FreshX-Projekt. Die Ideen sind da, wir benötigen nur den Mut Neues zu wagen, vielleicht ein paar Mal zu scheitern, aber immer wieder aufzustehen und neu auszuprobieren.

Die Fragen stellte Ute Dornbach-Nensel

 

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