Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Präses Rekowski: „Situation der Flüchtlinge schreit zum Himmel“

Rund 80 Millionen Menschen und damit ein Prozent der Weltbevölkerung seien auf der Flucht. „Jenseits von Corona denke ich an das fast vergessene Schicksal der Flüchtlinge“, sagt Rekowski. Die Geflüchteten stünden selten im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, „aber ihre Situation schreit zum Himmel“. Sie hätten keine feste Existenzgrundlage und seien auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. „Deshalb ist es ein Skandal, wenn Menschen am Rande der EU unter menschenunwürdigen Bedingungen hausen müssen“, betont er, während Bilder aus dem bosnischen Flüchtlingslager Lipa zu sehen sind. Das dürfe nicht sein.

Rekowski erinnert an Gleichheit aller Menschen
„Als Christinnen und Christen weisen wir angesichts solcher Situationen immer wieder darauf hin, dass jeder Mensch ein Ebenbild Gottes ist, dessen Würde unzerstörbar ist.“ Dabei blickt der Präses auch darauf, was getan werde und werden könne. „In Griechenland auf Lesbos sind es kleine Kirchengemeinden, die Tatkräftig helfen.“ In Bosnien seien es Aktivisten, darunter zum Beispiel einige des Vereins „Kölner Spendenkonvoi“, die eigeninitiativ Geflüchtete unterstützten und etwa mit Kleidung und Lebensmitteln versorgten.

„We are not animals“! – „Wir sind keine Tiere!“
All das sei gut und richtig. „Notwendig ist aber auch, dass aufnahmebereite Kommunen in Deutschland endlich die Möglichkeit erhalten, tatsächlich Flüchtlinge zusätzlich aufzunehmen.“ Zudem müssten die Bundesregierung und die EU gemeinsam dafür sorgen, dass Flüchtlingen in Bosnien konkret geholfen werde. Diese müssten menschenwürdig untergebracht und versorgt werden. „Da ist erste Hilfe notwendig – und zwar schnell.“ Angesichts der Zustände entstehe der Eindruck, hier solle eine abschreckende Wirkung erzielt werden. „Flüchtlinge sollen sehen: Schaut her, so ist Europa“, gibt er zu bedenken, ehe Geflüchtete in Lipa gezeigt werden, die skandieren: „We are not animals!“ – „Wir sind keine Tiere!“

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